Wenn draußen alles langsamer wird, darf auch in deiner Küche etwas entstehen, das nicht in Eile gemacht wird. Quittenmarmelade zu kochen ist mehr als ein Rezept. Es ist ein kleines Ritual. Eines, das dich zurückholt – in deine Hände, in deinen Atem, in diesen Moment.
In meinem Roman „Quittenzeit“ spielt genau diese Frucht eine besondere Rolle. Sie steht für Übergänge, für Reife, für das, was bleibt, wenn sich im Außen alles verändert. Und vielleicht berührt dich genau das auch beim Kochen.

Warum Quitten mehr sind als nur Obst
Eine Frucht mit Geschichte
Die Quitte gilt seit Jahrhunderten als Symbol für Wärme, Beständigkeit und Heimat. Sie ist keine Frucht für den schnellen Biss. Roh ist sie hart und herb. Erst durch Geduld, Hitze und Zeit entfaltet sie ihr volles Aroma und wird genießbar.
Vielleicht liegt genau darin ihre Schönheit.
Im Herbst, wenn vieles im Wandel ist, erinnert sie uns daran, dass Reife ein Prozess ist.
Warum Einkochen entschleunigt
Quitten zu schälen, zu schneiden, zu kochen – das sind ruhige, wiederkehrende Bewegungen. Genau solche Tätigkeiten beruhigen unser Nervensystem.
- Der gleichmäßige Schnitt
- Das leise Blubbern im Topf
- Der Duft, der sich langsam im Raum ausbreitet
All das holt dich aus dem Kopf und zurück in den Körper. Marmelade kochen kann ein Gegenpol zur schnellen Welt da draußen sein.

Quittenmarmelade Rezept – einfach & aromatisch
Zutaten
- 1,2 kg Quitten
- 500 g Gelierzucker (2:1)
- Saft einer halben Zitrone
- optional: 1 Vanilleschote, 1 Stückchen Ingwer oder 2 Stangen Zimt
Zubereitung
- Quitten vorbereiten
Die Quitten gründlich abreiben (der Flaum muss entfernt werden, er schmeckt bitter!), waschen, vierteln und das Kerngehäuse behutsam entfernen.
Achte darauf, die Kerne nicht zu beschädigen, denn sie enthalten giftige Blausäure.
Je nach Vorliebe kannst du die Quitten nun noch schälen – es geht aber auch mit Schale. - Weich kochen & Gewürze zugeben
Die Viertel in kleine Stückchen schneiden, in einen Topf geben, mit etwas Wasser und dem Zitronensaft bedecken.
Nach Geschmack die Gewürze zugeben und etwa 20 Minuten weich kochen. - Pürieren oder stückig lassen
Entferne die Gewürze wie Zimtstangen, Ingwer oder Vanilleschoten.
Je nachdem, wie du deine Quittenmarmelade magst, kannst du die Masse vollständig pürieren oder grob zerstampfen. - Zucker zugeben
Gelierzucker gründlich unterrühren. Alles nochmals 3–5 Minuten blubbernd kochen lassen. - Gelierprobe machen
Einen kleinen Klecks auf einen kalten Teller geben – wird die Marmelade fest, ist sie fertig. - Abfüllen
Heiß in sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und kurz auf den Kopf stellen. Anschließend richtig herum vollständig abkühlen lassen.
Tipps für eine besonders aromatische Quittenmarmelade
- Ein Stück frischer Ingwer sorgt für eine feine Schärfe.
- Mit Vanille wird der Geschmack weicher und runder.
- Zimt unterstreicht die herbstliche Stimmung.
- Längeres Einkochen intensiviert die Farbe – sie wird tief goldrot.

Wie hat man Quittenmarmelade früher haltbar gemacht?
Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen: Gelierzucker gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert – genauer gesagt seit 1965 im heutigen Sinne.
Das Quittenmarmeladen-Rezept, das die Protagonistin in meinem Roman „Quittenzeit“ findet, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals war die Herstellung aufwendiger – aber nicht weniger wirkungsvoll.
So wurde Marmelade früher fest und haltbar:
- Natürliches Pektin
Unreife Äpfel oder Apfelschalen wurden mitgekocht. Sie enthalten besonders viel natürliches Pektin – den Stoff, der Marmelade gelieren lässt. - Mehr Zucker
Der Zuckergehalt war höher als heute. Zucker konserviert, indem er Mikroorganismen Wasser entzieht. - Längeres Einkochen
Die Masse wurde deutlich länger gekocht, bis sie dick und konzentriert war. Das reduzierte Wasser und machte sie haltbar und fester.
Diese traditionelle Art des Einkochens verlangte Geduld. Und vielleicht steckt genau darin etwas, das wir heute wieder suchen: Zeit lassen. Beobachten. Vertrauen.
Quitten verarbeiten – was du wissen solltest
» Muss man Quitten schälen?
Nein, es geht auch mit Schale. Sie enthält viel Aroma. Wichtig ist nur, den Flaum gründlich zu entfernen. Denn er enthält ätherische Öle, die für einen bitteren Geschmack sorgen.
» Warum sind Quitten so hart?
Quitten enthalten viele Gerbstoffe und Pektin. Erst durch Hitze werden sie weich und aromatisch.
» Kann man Quitten roh essen?
In der Regel nicht. Sie sind roh sehr hart und bitter. Gekocht entfalten sie ihr typisches, warmes Aroma.
» Wie lange ist Quittenmarmelade haltbar?
Gut verschlossen und kühl gelagert hält sie in der Regel mehrere Monate bis zu einem Jahr. Prüfe deinen Vorrat regelmäßig.
» Können die Kerne bei Quitten mitgegessen werden?
Nein, auf keinen Fall! Die Kerne der Quitte enthalten giftige Blausäure. Deshalb ist es wichtig, das gesamte Kerngehäuse inkl. der Kerne vo der Verarbeitung vollständig zu entfernen. Achte darauf, die Kerne dabei nicht zu beschädigen.
Herbst im Glas und Gemütlichkeit im Wohlfühlroman
Vielleicht stellst du dir beim Kochen die Frage, warum dich diese Frucht so berührt. Warum sie nach Zuhause schmeckt, obwohl du sie vielleicht nicht oft gegessen hast.
In meinem Roman „Quittenzeit“ wird ein kleines Häuschen im Altmühltal zum Ort des Innehaltens. Zwischen alten Rezepten, Erinnerungen und dem Duft von eingekochten Quitten beginnt eine Annäherung an das, was Heimat bedeuten kann. Schon in der Entstehungszeit des Romns erhielt ich vielfach die Rückmeldung, dass die Frucht an Gemütlichkeit und die eigene Kindheit erinnert.
Wenn dich dieses Gefühl von Langsamkeit, Übergang und leiser Veränderung anspricht, findest du es nicht nur im Marmeladenglas – sondern auch zwischen den Seiten dieser Geschichte.
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